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Antwort der GZ

22.04.2011

Der Chefredakteur der Goslarschen Zeitung, Andreas Rietschel, hat meiner Frau mitgeteilt, warum er ihren Leserbrief in der GZ nicht veröffentlichen wird, zumal  ja schon ein Abdruck auf meiner Homepage erfolgt sei.
Dabei versichert er, dass natürlich Kritik an der Arbeit der Redakteure zulässig und ihm die Lesermeinung wichtig sei. Im Leserbrief meiner Frau klinge aber undifferenzierte Boshaftigkeit mit, in der sie die Arbeit des Redakteurs Gereke kritisiere. Und mit nicht sehr originellen Beleidigungen würde sie ihm jedes Mitgefühl und jegliche Anteilnahme an dem schrecklichen Geschehen absprechen.
Abschließend weist er die Kritik an seinem Mitarbeiter in der von ihr gewählten Form zurück. Natürlich ist es verständlich und zu akzeptieren, dass er sich vor seine Mitarbeiter stellt. Wichtig erscheint mir aber, dass der Kern der Kritik, der von vielen geteilt wird, zum Nachdenken in der GZ-Redaktion anregt, ob der gewählte Stil der richtige war, „schreckliche“ Ereignisse in dieser Form zu vertiefen und den Lesern zu vermitteln.
Außerdem freut es mich, dass Herr Rietschel offenbar meine Homepage verfolgt.

 

Klarstellung

15.04.2011

Die Goslarsche Zeitung sieht sich in der heutigen Ausgabe genötigt, sich für ihre Berichterstattung im Fall der Kindstötung in Astfeld zu rechtfertigen, weil  „einige“  ihrer Leser Kritik an ihrer Berichterstattung übten und ihr „Voyeurismus und andere schlimme Dinge vorgeworfen“ haben. „Einige“ ? Wenn die GZ sich da man nicht wieder mal irrt. die, die ihr schreiben, bilden die absolute Minderheit !  Komme gerade aus der Stadt zurück und bin unzählige Mal auf diesen Artikel angesprochen worden. Die GZ darf nicht nur die zählen, die ihr schreiben. Die "Schweigende Mehrheit" ist ihr Leserpotenzial ! Dass die GZ mit einer Klarstellung reagiert, ist für mich ein deutliches Indiz dafür, wie deutlich ihr die berechtigte Kritik unter die Haut geht.

Die Klarstellung blendet das eigentliche Thema total aus. Kritisiert wurde nicht der Inhalt, sondern der schwülstige Stil, wobei es überflüssig war, herauszustellen, dass es die GZ als ihre Pflicht ansieht, ihre Leser zu informieren, und es ihre oberste Pflicht sei, die Leser wahrheitsgemäß zu informieren. Ja, Hallo! Muss das die GZ plötzlich extra betonen? Ich dachte, das sei eine Selbstverständlichkeit.

Worum ging es ?

15.04.2011

Da die meisten Leser sicherlich die Goslarsche Zeitung vom Mittwoch schon „entsorgt“ haben, hier  noch einmal die Passagen auf der Nordharzseite vom 13.04.2011, die sicherlich nicht nur mir als boulevardesk  und schwülstig erschienen und Anlass der Kritik waren:

„Kalter Wind weht durch die Straßen. Vor einem Einfamilienhaus wiegen an einem Strauch bunte Ostereier in den Böen. Doch die Stimmung ist trügerisch. // Lähmendes Entsetzen. Fassungslosigkeit. Ein Ort steht unter Schock. // Der Anwohner erzählt, dass in den letzten Jahren in die Straße immer Jüngere zogen – dann unterbricht ihn ein anderer Mann, hält seinen Zeigefinger an den Mund: „Die Polizei hat ausdrücklich gesagt: Klappe halten“, weist er ihn zurecht, niemandem Auskünfte zur Bluttat geben. // Schweigend gehen die Astfelder der Nachbarschaft durch die Straße, wortlos setzen sie sich ans Steuer ihrer Autos und fahren fort. // Auf ihrem Internet-Profil in einem sozialen Netzwerk hat sie ein Foto ihrer Zwillinge gestellt – sie lächeln. // Gegen Mittag trifft der Vater der Zwillinge ein. Er ist Hobbyfußballer. Seine Lieblingsmannschaft ist laut Internet-Eintrag in einem sozialen Netzwerk Hannover 96, sein Lieblingssportler Robert Enke – jener Torwart, der sich im November 2009 das Leben genommen hatte. // Kurz nachdem der VW-Bus mit dem Vater fortfährt, biegt um 14.25 Uhr der Leichenwagen in die Straße ein, um die toten Körper abzuholen. // In einer Asphaltsenke hat sich Regenwasser zu einer Pfütze gesammelt. In ihr spiegelt sich das Tat-Haus. Der Wind wirft kleine Wellen auf der Wasseroberfläche. Es wirkt wie das Zucken eines Augenlids, bevor Tränen kullern. Astfeld weint.“

Wenn die GZ meint, dieser Stil sei sachlich, zurückhaltend und einfühlsam  und enthalte Fakten, die für die Öffentlichkeit  wichtig sein könnten, scheint sie ihren Auftrag miss zu verstehen. Der Artikel erscheint eher als ein Ausschnitt aus einer „Seifen-Oper“.

Das glaubt keiner

13.04.2011

Wer heute die Goslarsche Zeitung liest, wird auf der Titelseite über eine grausame Bluttat in Astfeld informiert, wo eine Mutter zwei ihrer drei Kinder erstochen hat.

Im Innenteil, auf der Seite "Nordharz", erscheint ein Artikel, den kann man gar nicht beschreiben, man muss ihn gelesen haben.

Wird hier die Handschrift des neuen Chefredakteurs deutlich? Ich meine gehört zu haben, dass er  Theaterwissenschaft studiert haben soll. Würde passen. Schwülstiger und boulevardesker geht´s wirklich nicht.

Bluttat Astfeld

13.04.2011

Meine Frau und viele ihrer Kolleginnen und Kollegen haben sich heute morgen furchtbar über den Artikel auf der "Nordharzseite" - "Bluttat an zwei Kindern erschüttert Astfeld" der Goslarschen Zeitung aufgeregt und sich spontan entschlossen, einen Leserbrief per E-Mail an die GZ zu schicken.
Da sie befürchtet, dass die GZ nichts mehr unter dem Namen "Reime" drucken wird, hier schon mal ein Vorabdruck.

"Mit Entsetzen liest man auf der Titelseite der GZ einen durchaus sachlichen Bericht über die beiden getöteten Kinder aus Astfeld. Da auf Seite 25 noch einmal eine halbe Seite zu dieser schrecklichen Tat geschrieben ist, nimmt man als Leser an, dass noch weitere Informationen vermittelt werden.

Weit gefehlt ! Was hat Herrn Gereke zu einem solchen Artikel bewegt ? Zum einen kann man nur denken, dass er zu viel Tatort und Rosamunde Pilcher gesehen hat, zum anderen frage ich mich wirklich, wen es interessiert, wer die Fußball-Lieblingsmannschaft des Vaters ist und hat die Polizei tatsächlich „Klappe halten“ gesagt?

Der ganze Bericht ist eine Mischung aus Boulevard-Journalismus unterster Schublade und Drehbuchvorlage  für Pilcher, zudem ohne jede weitere Information, eine Brüskierung für die Angehörigen und eine Frechheit für den Leser. Unnötigerweise folgt auch noch ein Hinweis zu einem Video, das belangloser und überflüssiger nicht sein kann!!!

Hier wird Mitgefühl in Form von Voyeur-Journalismus geheuchelt."
Petra Reime, Goslar, per E-Mail