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Moment mal... Abstellgleis

30.06.2011

Es ist mir eigentlich zu albern, noch mal das Thema Binnewies aufzugreifen, aber ich wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine gezielte Falschmeldung in der GZ von heute nicht kommentarlos hingenommen werden sollte.

Keine Frage, am 10.04.2011 wurde Henning Binnewies mit ausreichender Mehrheit der abgegebenen Stimmen als Oberbürgermeister in Goslar abgewählt. Doch auch wenn es der GZ nicht ins Konzept passt: Ihre Wiedergabe des Wahlergebnisses, dass 87 % Binnewies nicht mehr haben wollten, ist eine Falschmeldung, die durch ständige Wiederholungen nicht richtiger wird !

Gerade wenn es um die Frage geht, wer dem ehemaligen OB noch wohlgesonnen sein könnte, ist Folgendes Fakt:

Lässt man mal die Prozentzahlen weg, ergib sich ein ganz anderes Bild: Goslar hat 41.555 Einwohner. Davon haben 12.799 den OB abgewählt. Es bleiben also 28.575 oder mehr als zwei von drei Goslarer, die den ehemaligen OB teils wohlwollend bzw. neutral, aber durchaus freundlich grüßen können, ohne sich verbiegen zu müssen.

Wie aus einer Minderheit von 12.799 Goslarern eine Mehrheit von 87 % werden kann, bleibt das Geheimnis der GZ. Wer so einen Unsinn verbreitet, muss sich nicht wundern, dass aufgeklärte Goslarer in Jubel ausbrechen, wenn der Titel der Goslarschen Zeitung verballhornt wird. 

Tosender Beifall

26.06.2011

Samstagabend, Lange Nacht der Kleinkunst,  Gunzi Heil parodiert Marcel Reich-Ranicki  und zitiert aus der Wochenendausgabe der Goslarschen Zeitung. Zunächst stellt er fest, dass die Gosl -arsch- e Zeitung die einzige Zeitung sei, die er kenne, die einen Arsch in der Mitte habe, um  dann fortzufahren, dass sie dieses mit Italien gemeinsam habe: „Beide haben einen Arsch in der Mitte“.

Da muss einer aus Frankfurt kommen, um diese Assoziation zu haben. Aber viel aufschlussreicher war die Reaktion des 250-köpfigen Publikums: Tosender zustimmender Beifall brandete auf. Ich weiß nicht, ob ein und  welcher Redakteur der GZ anwesend war, aber er wird seiner Redaktion hoffentlich über diesen satirischen Beitrag und insbesondere die Reaktion des Publikums berichten. Chefredakteur und Herausgebern hätten eigentlich die Ohren klingeln müssen...

Auch der nächste Gag kam super beim Publikum an: „Man hat das Gefühl, dass Wochenendausgaben der Zeitung nur gedruckt werden, damit die Werbebeilagen nicht nass werden!“  Na dann...

Wut und Maß

Leitartikel vom 22.06.2011

Normalerweise kommentiere ich Leitartikel aus Braunschweig nicht. Diesmal  allerdings erfordert das von Reinhard Brennecke zu Stuttgart 21 gewählte Beispiel zum Volksentscheid zur Hamburger Schulreform eine Korrektur.

Er hatte festgestellt, dass die Grünen zugesagt hätten, dass das Volk zu Stuttgart 21 entscheiden sollte und dann gefragt: „Nur: Wer ist das Volk?“ Als Beispiel führte er an, dass beim Hamburger Volksentscheid zur Schulreform nur 36 % der Wahlberechtigten gegen diese geplante Reform gestimmt hätten und daraus richtigerweise geschlussfolgert: „´Das Volk´ ist danach eine Minderheit“.

Richtig! Bloß in der Realität ist es noch gravierender! In allen bisherigen Volksentscheiden haben Minderheiten gegen engagierten aber insbesondere gegen desinteressierte Mehrheiten ihre Ziele durchgesetzt. Für das Rauchverbot in Bayern stimmten z.B. nur 20,3 % der Wahlberechtigten (2,2 von 9,4 Mio.) und gegen die Schulreform in Hamburg nicht 36 %, sondern nur 22,1 % (276.416 von 1,252Mio. ).

Die von Reinhard Brennecke angeführte Zahl von 36 % kann sich daher nur auf die Wahlbeteiligung beziehen. Die betrug 39,3 % !

 (Quelle:  http://www.statistik-nord.de/wahlen/wahlen-in-hamburg/volksentscheide/2010/ )

Gewalt kommt nicht in die Tüte

22.06.2011

Wenn die Überschrift in der GZ von heute auf der Seite „Region Harz“ zur Kinderschutzwoche Ende September auch so auf den „berühmten“ Brötchentüten erscheint, wäre das ein später Erfolg für Monika Ebeling.

Die hatte sich bekanntlich gegen den ursprünglich von Fundamentalfemisten vorgesehenen Slogan: „Gewalt gegen Kinder und Frauen kommt nicht in die Tüte“ ausgesprochen und darauf hingewiesen, dass nicht nur von Männern Gewalt ausgeht und es sich um eine „Kinderschutzwoche“ handelt, die natürlich primär Gewalt gegen und Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern zum Gegenstand haben sollte.

Nun scheint ein Kompromiss gefunden zu sein, der dem Vorschlag von Monika Ebeling entspricht, die die Bäckerinnung entsprechend sensibilisiert hatte.