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Wie sich Falschmeldungen verbreiten

13.04.2011

Im Forum zu dieser Website  hat jemand die unfaire Berichterstattung der "Frankfurter Allgemeine" angeprangert, die in ihrer gestrigen Ausgabe berichtet hat: "87% der wahlberechtigten Einwohner(Goslars)haben ihn(Binnewies)abgewählt".
Man fragt sich, wie die FAZ diese Falschmeldung verbreiten kann? Ganz einfach, weil sie sich auf Nachrichten stützt, die sie bei "dpa" kauft. Und jetzt darf jeder mal raten, wer diesen Unsinn wohl "dpa" verkauft haben könnte.

Nachgetreten

12.04.2011

Die GZ ist sich nicht zu schade, auch zwei Tage nach der Abwahl des OB noch nachzutreten. „Um den abgewählten Henning Binnewies ranken sich derweil Gerüchte, er wolle die Wahl anfechten oder im Herbst erneut kandidieren“, schreibt die GZ fettgedruckt im Vorspann eines längeren Artikels auf der Lokalseite 1 und ganz weit hinten, quasi  im Kleingedruckten, heißt es dann: „Bestätigung für beide Fälle gibt es allerdings nicht“.

Das ist mehr als perfider Journalismus. So könnte auch verbreitet werden, dass in Goslar das Gerücht im Umlauf ist, dass die GZ  nicht nur die Werbematerialien der „Vereinten Fraktionen“ gedruckt und somit (Fraktions-)-Steuergelder kassiert, sondern auch, dass Mitarbeiter der GZ erheblichen Einfluss auf den Inhalt der Werbemittel genommen haben sollen.

Auch wird offensichtlich einem Volontär die Möglichkeit eingeräumt, 30 Zeilen zum Thema beizusteuern. Unter „Binnewies gibt keine Ruhe“, darf er aus privater E-Mail berichten und  das Thema „Eidesstattliche Versicherung“ erneut auf´s Tapet bringen.

Dabei müsste eine seriöse Zeitung eigentlich wissen, dass sogenannte „Eidesstattliche Versicherungen“, die angeblich einer Zeitung vorliegen, das Papier nicht wert sind, auf denen sie geschrieben worden sein sollen.

Rechtlich verbindlich sind sie nur, wenn sie vor einem Gericht oder einer zuständigen Behörde abgegeben wurden. Insofern ist es für den Angegriffenen wichtig, dass diese Erklärungen unverzüglich zuständigen Stellen, wozu die GZ bei aller Anmaßung nicht gehört,  zugeleitet werden, um sich mit Aussicht auf Erfolg dagegen wehren zu können.

Sonst kann gegenüber einer Zeitung jeder behaupten, was er will.

Nachbetrachtung

11.04.2011

Ich will ja nicht nachkarten, denn das Wahlergebnis ist eindeutig, allerdings Breuers Berichterstattung nicht. Er scheint das Wahlsystem immer noch nicht verstanden zu haben, denn er spricht vom erforderlichen Mindestquorum von 25 % der Wahlberechtigten und berichtet, dass dieses nur in einem von 44 Wahlbezirken, nämlich in einem Wahllokal in der Realschule Hoher Weg mit einer Wahlbeteiligung von 24,2 % knapp unterschritten worden sei.
Aber Hallo? Das Quorum hat doch mit der Wahlbeteiligung nur indirekt zu tun. Es besagt, dass mindestens 25 % der Abwähler mit "Ja" stimmen mussten. Hätte er das Wahlverfahren verstanden, sorgfältiger gearbeitet und die neben seinem Artikel stehende Tabelle gelesen, wäre ihm sicherlich aufgefallen, dass er falsch berichtet.
Das Quorum von 25 % wurde verfehlt in den Wahlbezirken 102 (24,7 %), 105  (21,3 %),
203 (21,3 %), 304 (20,3 %), 405 (24,2 %) und 310 (21,5 %). Knapp über 25 % lag es in den Wahlbezirken 104 (25,1%) und 301 (25,8 %)
Es waren also 6 Stimmbezirke, in denen das Quorum verfehlt und 2, in denen das Quorum knapp erreicht wurde.

Nach der Entscheidung

10.04.2011, 20:00

Die Treibjagd ist zu Ende. Das Wild erlegt. Das Ergebnis eindeutig. 37,7 % der Wahlberechtigten haben Henning Binnewies abgewählt. Wesentlich mehr, als die gesetzlich geforderten 25 %. Doch schon in meinem Leserbrief vom 14.02.2011 hatte ich prophezeit, dass es eine deutliche Minderheit sein wird, die über das Schicksal des Oberbürgermeisters in Goslar entscheiden wird. So ist es ja auch gekommen.
Man könnte morgen  so oder vielleicht ähnlich titeln:

„Abgewählt ! Überwältigende Mehrheit der Goslarer schickt ihren Oberbürgermeister in die Wüste“

 oder auch so:

„Obwohl eine deutlichen Mehrheit der wahlberechtigten Goslarer den Oberbürgermeister nicht abgewählt hat, muss er gehen“.

Dieses Beispiel zeigt exemplarisch, wie man mit „Headlines“ den gleichen Sachverhalt  aus unterschiedlicher Perspektive darstellen kann. Die ausgewogene Mitte zu finden, würde von einer seriösen Berichterstattung zeugen.

Vor der Entscheidung

10.04.2011 - 15:00 Uhr

Die GZ wäre gut beraten gewesen, sich ein Beispiel am „Harzer Panorama am Sonntag zu nehmen“, wobei es jetzt eh zu spät ist.

Jörg Kaspert schreibt zum ersten Mal zum Thema, und zwar wohltuend ausgewogen und neutral über das heutige Verfahren. Auszüge: „...Es gibt stets zwei Perspektiven. Meist ist man gut beraten, zurückhaltend von außen zu urteilen....Wer beide Seiten für beteiligt hält, könnte zumindest Schwierigkeiten damit haben, den OB abzuwählen...Es gibt aber auch Stimmen, die keine Hauptschuld bei Binnewies festmachen wollen und trotzdem für eine Abwahl sind. (Weil) In der kaputten Atmosphäre zwischen Rat und OB, keine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung mehr möglich sei...Ein wenig Bauchschmerzen könnte freilich auch diese Haltung bereiten. Sie bedeutet, dass sogar ein schwacher Rat einen starken OB aus dem Amt jagen könnte...“

Ja, so könnte es passieren. Man muss es nur schaffen, den Meinungsmonopolisten vor Ort dazu zu bringen, so wie die GZ zu berichten. Es könnte allerdings aber auch einen anderen Effekt geben, den Jörg Kaspert messerscharf herausgearbeitet hat. Nämlich, dass die Stimmberechtigten ein Gespür dafür haben, wenn man sie  für eine verwerfliche Strategie einspannen möchte.

Das „Harzer Panorama“ als Vorbild für die GZ ?  Für eine ausgewogene Berichterstattung wäre das ein Segen. Für das Renommee der GZ eine Katastrophe.

Podiumsdiskussion vom 06.04.

08.04.2011

Der heutige doppelseitige Bericht über obige Veranstaltung gibt im wesentlichen das auch von mir Wahrgenommene wieder. Allerdings enthält der unter „Das Ungesagte“  aufgeführte Beitrag unnötige Differenzierungen: Während es „Rehse sagte nicht..“ sowie „Mateo verschwieg...“ hieß, wurde formuliert, „Binnewies unterschlug...“ Das dürfte mit Sicherheit nichts mit dem Versuch zutun haben, Formulierungswiederholungen zu vermeiden, denn für „unterschlug“ lassen sich zig Synonyme finden. Es passt aber ins Bild der GZ Berichterstattung in dieser Auseinandersetzung.

Darüber hinaus hätten sich unter „Parteiisch oder objektiv?“ Zuhörermeinungen wiedergeben lassen können, die das Verhältnis von 4 zu 1 contra OB locker ins genaue Gegenteil verkehrt hätten. Wie z.B. die von Christa Röver aus Goslar, die in ihrem Leserbrief u.a. schreibt:
„...plus gesamte Fraktionen gegen einen Oberbürgermeister, und auf alle Vorwürfe wurde seitens des OBs aufklärend, verständlich und diszipliniert geantwortet. Selbst auf den Vorwurf des Lügens sowie auf den Vorwurf, der OB sei ein Geisterfahrer, der sich nach Kilometern fragt, wo denn die vielen Geisterfahrer, die ihm entgegenfahren , herkommen, blieb der OB sachlich und nicht im Mindesten frustriert oder gar oder gar ausfallend.
    Jawohl, ich wähle am Sonntag, und zwar nicht „ab“.“

Allerdings teile ich deren Meinung nicht, dass auch 500 Anwesende geschlossen gegen den OB gewesen seien. Nach meinem Empfinden schien, gemessen an Beifalls- und Missfallensbekundungen, etwa ein Viertel contra und ein Viertel pro Binnewies eingestellt, während etwa die Hälfte mit neutraler Haltung den Ausführungen folgte und sich eine eigene Meinung gebildet haben dürfte.

Antwort der GZ

08.04.2011

Ich war natürlich nicht so blauäugig zu glauben, dass ich eine erschöpfende Antwort erhalte, zumal sich der Chefredakteur so verhielt, wie es Journalisten bei Ämtern und Behörden gern bemängeln, er verwies auf seine fehlende Zuständigkeit. Aber die Antwort kam prompt und erreichte mich gestern um 15:12 Uhr, in der versichert wurde, dass die Phaeton-Fotomontage ganz sicher nicht aus dem Fundus der GZ stammt. Allerdings hatte die GZ in ihrer Ausgabe vom 23.02.2010 eine Fotomontage mit einem winkenden OB in einem Phaeton  abgedruckt, so dass zumindest die Idee abgekupfert sein könnte.

Da ich kein Journalist bin und ich meinen Informanten folglich auch keinen „Quellenschutz“ anbieten kann, müssen einige Fragen im Moment offen bleiben. Es dürfte allerdings sichergestellt sein, dass die Frage, welcher Einfluss Design und Inhalt mitbestimmte und wer Auftragnehmer zu welchen Kosten war, innerparteilich über Rechenschaftsberichte geklärt werden wird.

Die GZ und der Flyer der Fraktionen

07.04.2011

Nach meinen Informationen könnte eine direkt oder indirekte Verbindung zwischen der GZ und dem Werbematerial der „Vereinten Fraktionen“ bestehen. Um diese untermauern zu können, habe ich soeben dem Chefredakteur der GZ drei Fragen gestellt, da für mich dazu gestern Abend bei der Podiumsdiskussion keine Gelegenheit bestand. Ich habe gefragt:

- Wie hoch die Kosten für die Verteilung des Flyers als Zeitungsbeilage zu beziffern sind.
- Ob es stimmt, dass das Werbematerial bzw. der Flyer bei der GZ gedruckt wurden.
- Woher die Fotomontage, die im Flyer den OB winkend im Phaeton zeigt, stammt.

Antwort steht naturgemäß noch aus. Werde nach Eingang berichten.

Ich wurde noch nie rausgeworfen.

06.04.2011

Als aufmerksamer GZ-Leser muss man den Eindruck haben, der Oberbürgermeister hätte „gefühlte“ 50 Personen und mehr aus seinem Dienstzimmer verwiesen, wobei seit dem 26.01.2009 ein Name als Synonym für diesen Akt ständig wieder herhalten muss. Ihm entgeht allerdings auch nicht, dass sich durch ständige Wiederholungen die wenigen Fälle nicht tatsächlich vermehren.

Ich muss da wohl etwas falsch gemacht haben. 15 Jahre war ich auch ehrenamtlich in Goslar und Lüneburg tätig und mich hat noch nie ein Amtsinhaber aus seinem Dienstzimmer geworfen. Lag das vielleicht daran, dass zu einem konstruktiven Dialog immer zwei Parteien gehören?

Vielleicht etwas  pingelig

05.04.2011

Unter „Moment mal...“ bildet die GZ die Homepage des Oberbürgermeisters  ab und bemerkt zynisch, dass ein Wolfgang Beisert in seinem Beitrag von der „Goslarer Zeitung“ spricht, statt die Goslarsche Zeitung richtig zu benennen. Selbst ohne Lupe ist auf der abgebildeten Seite in der GZ klar der Name „Goslarsche Zeitung“ zu lesen ! Vielleicht bin ich inzwischen zu pingelig, frage mich aber, was diese Mätzchen sollen ?

Nachdem ich jetzt zurück bin, fällt mir ein, dass das gar keine Mätzchen sind, sondern eine Freudsche-Fehlleistung, nämlich eine - auf den ersten Blick - versehentliche Handlung, die scheinbar rein zufällig passiert und rein gar nichts mit dem übrigen Leben zu tun hat. Doch die bei näherem Hinsehen mehr und mehr zum Indiz für eine grundsätzliche innere Einstellung wird“, vielleicht dafür, über Beisert den OB zu diskreditieren?

Außerdem: Es ist doch nicht ungewöhnlich, dass man sich in einer derartigen Situation professioneller Hilfe bedient, wenn man aus allen Rohren öffentlich angeschossen wird. Und selbstverständlich hat der Auftragnehmer ein loyaler Partner zu sein! Haben etwa die "Vereinten Fraktionen" ihre Homepage, Anzeigen und Flyer mit der Hand gemalt? Und kauft nicht auch die GZ die Beiträge, die ihre Möglichkeiten übersteigen, in Braunschweig, bei „dpa“, „Reuters“, „sid“ und anders wo?

Der Oberbürgermeister und die Zeitung

04.04.2011

Hallo Herr Rietschel.

Natürlich sind Sie Wirkung und nicht Ursache. Aber gerade diese Erkenntnis müsste bei Ihnen das Bewusstsein für die Wirkungsmechanismen schärfen und in dieser sensiblen und ungewohnten Situation zu einer peniblen Ausgewogenheit führen. Ihre Redaktion als einzige lokale Informationsquelle, die für Goslar inhaltlich bedeutende Nachrichten verbreitet, trägt eine  besondere Verantwortung dafür, welche Wirkung die von Ihnen verbreiteten Nachrichten auslösen.

Sie schreiben, dass Sie und Ihre Redaktion zu den Ereignissen eine eigene Meinung haben. Und das ist gut so. Ist aber Ihre Privatangelegenheit und darf nicht zur Prämisse Ihrer Berichterstattung werden.  Sie müssten nicht zwischen den Stühlen sitzen. Berichten Sie sachlich und wertfrei  über Fakten und versuchen Sie nicht, den Nachrichten durch  deren Aufmachung, Pointierung und Gewichtung eine Richtung zu geben, die die Meinung der Leser, die Sie ja glauben, bilden zu müssen, ohne erkennbares Bemühen um Ausgewogenheit beeinflusst.

Sie haben Recht. Sie sind nicht die öffentliche Meinung. Aber Sie haben ein wertvolles Pfund zu verspielen, nämlich das Renommee einer angesehenen Lokalzeitung.

Die Prioritätensetzung der GZ

03.04.2011

In den letzten Ausgaben widmete die GZ den Themen „Rattenburg“ in Oker,  „Wildwerbung“  des VfL-Oker und angeblichen „Androhungen“ gegenüber der SPD ganze Lokalseiten, ja sogar ein Drittel ihrer Titelseite.

In diesen einseitig aufgemotzten Berichten geht eine Nachricht fast unter: Erstmals seit mehr als 10 Jahren ist der Etat der Stadt Goslar ausgeglichen! Und nicht nur das: Auch noch ein Überschuss von 2,3 Mio. Euro ist zu verzeichnen! Diese für Goslar extrem wichtige Nachricht platziert die GZ als Randnotiz  in einem „Einspalter“! War ihr etwa die Gefahr zu groß, dass ein entsprechend aufgemachter Bericht dem OB hätte nutzen können...?

Ich werde mich in nächster Zeit wohl noch mehr bemühen müssen, im Konjunktiv zu argumentieren und Fragen zu stellen, weil nach Auffassung der GZ im Internet immer mehr Beiträge  auftauchen, die „unter die Gürtellinie  zielen und vor unbewiesenen Mutmaßungen und haltlosen Unterstellungen nur so strotzen“, denen eigentlich mit einstweiligen Verfügungen begegnet werden müsste.

Da nur ich mich im Internet unter meinem Namen kritisch mit der Berichterstattung der GZ auseinandersetze, könnte ich gemeint sein, denn nur ich wäre juristisch erreichbar. Aber nur, wenn die GZ oder irgendein anderer auch nur einen meiner Beiträge ernst nehmen würde, wären meine Sorgen begründet. Na bitte. Bin ich ja beruhigt, dass man mich nicht ernst nimmt. Wenn sich die GZ da mal nicht täuscht....

Und nur am Rande: Die GZ meint, darauf hinweisen zu müssen, dass bei einer seit Wochen laufenden NDR Umfrage 72 Menschen die Abwahl von Binnewies  fordern!  

In eigener Sache

Unglaublich - Über 10.000 Seitenaufrufe - Das hätte ich nie erwartet!

02.04.2011

An diesem Wochenende wird das zehntausendste Mal eine meiner Webseiten angeklickt. Eine unglaubliche Resonanz. Als ich mich am 22.02.2011 über einen Titel im GZ-Magazin auf deren Online-Seite geärgert und den ersten Beitrag auf meiner privaten Homepage gepostet habe, ahnte ich nicht, welch eine Lawine ich lostreten würde. Zunächst glaubte ich nicht im ernst daran, dass meine Notizen irgendjemand  interessieren würden.

Doch schon ein paar Tage später bekam ich erste Anrufe, die mich ermunterten, auf dem Weg weiter zumachen. Es wurde mir schnell klar, dass meine private Homepage dafür nicht die geeignete Plattform war, so dass ich mich entschloss, diese Homepage exklusiv zum Thema OB-Referendum  zu erstellen und diese mit meiner privaten Webseite zu verlinken.

Heute habe ich, mit steigender Tendenz, im Schnitt mindestens 250 Besucher pro Tag, die wenigstens 2 meiner Seiten anklicken. Diese unglaubliche Frequenz wird mich zumindest bis zum 11.04. ermuntern, die Berichterstattung der GZ kritisch weiter zu begleiten, um dort, wo ich es für angebracht halte, meine Sicht der Dinge in Form meiner „Leserbriefe“ darzulegen. Ich danke schon jetzt allen, die meine Seiten, aus welchen Gründen auch immer, beachtenswert  finden.

Das war zu erwarten

31.03.2011

Da wo sonst die Berichte stehen, die die Welt oder zumindest Deutschland bewegen, bietet die Goslarsche Zeitung  Platz für ein Lokalereignis. Statt Japan, Libyen, Naher-Osten, Berlin, Stuttgart oder AKW - der VfL Oker. Die Goslarsche Zeitung widmet  dem Thema ein Drittel ihrer Titelseite mit der reißerischen Headline „Feldzug gegen die eigene SPD“. Dieses Thema wird darüber hinaus auf der gesamten Lokalseite 1 ausgebreitet.

Inhaltlich kann ich den Bericht nicht bewerten. Die Art der Darstellung bestätigt aber die seit langem erkennbare Grundtendenz der GZ in dieser Auseinandersetzung: Platt machen, wo sich eine Chance dazu bietet, und zwar den Oberbürgermeister. Insbesondere dem unbedarften Leser muss schließlich mit griffigen Überschriften eingehämmert werden, dass der Oberbürgermeister weg muss. Dabei wird journalistisch geschickt mit Zitaten gearbeitet, die dieses Anliegen unterstreichen. Das erspart die früher üblichen Kommentare und verhindert, dass man selbst in den Focus gerät.

Dieser Bericht lässt erkennen, dass die inszenierte Dramaturgie bis zum Wahltag wieder an Schärfe  zunehmen wird.Und dass die GZ dazu die Plattform bieten wird, dürfte  wohl zu erwarten sein.

Sigmar Gabriel und die Zwangsehe

30.03.2011

Sigmar Gabriel hat Recht, „es kommt für niemanden etwas Gutes dabei raus, wenn diese Zwangsehe fortbesteht“. Auch ist es richtig, dass abenteuerliche Vorwürfe gegen den Oberbürgermeister veröffentlicht wurden, z.B. ihn für die desolate Finanzsituation der Stadt verantwortlich zu machen, ohne dass die tatsächlichen Hintergründe realistisch aufgezeigt wurden. Auch ist es gut, aus seiner Feder zu lesen, dass die Schuld am Zerwürfnis auf zwei Seiten beruht, weil im Stadtrat nicht wenige ihr ganz persönliches parteipolitisches Süppchen kochen. 

Leider  wird der „Ach-So-War-Das-Wirklich-Effekt“ bei vielen nicht ankommen, weil zu befürchten ist, dass nur die Wenigsten bereit sind, die umfangreichen Statements zu lesen. Aber immerhin: Der interessierte Leser kann sich spät aber vielleicht doch nicht zu spät ein ganz anderes Bild über viele Dinge machen.


Eines hat Sigmar Gabriel aber nicht erwähnt: Zur Auflösung der Zwangsehe gibt es zwei Optionen, eine am 10. April, bei der Entscheidung, ob der OB bleibt oder geht und eine am 11. September, wenn es darum geht, wer im Stadtrat bleibt oder geht.

 

Der Oberbürgermeister ... und die SPD

29.03.2011

Ich wundere mich schon lange, mit welcher Selbstverständlichkeit  die SPD und deren Fraktion versuchen, den Oberbürgermeister zu vereinnahmen. Daraus ist abzulesen, dass beide, sowohl Partei als auch Fraktion, das bereits seit  einigen Jahren gültige Niedersächsische Kommunalrecht nicht verinnerlicht haben und noch immer in alten Machtstrukturen denken.
Die SPD hat zwar den Kandidaten Henning Binnewies für das Amt des Oberbürgermeisters  vorgeschlagen und ihn im Wahlkampf so unterstützt, dass er als deren Wunschkandidat mit Bravour ins Amt kam, womit sich vielleicht eine enge persönliche  Bindung, ja vielleicht auch ein Anspruch auf „Dankbarkeit“ gegenüber den Förderern ableiten lässt. Das war´s dann aber auch.
Im Amt ist der Oberbürgermeister nicht Teil einer Fraktion. Er müsste nicht einmal Mitglied einer Partei sein. Er ist gleichberechtigt und unabhängig und so im Rat stimmberechtigt. Das heißt, dass er sich mit keiner Fraktion vorher abstimmen müsste, weil er in der Sache keiner Fraktion und schon gar nicht einer Partei gegenüber verantwortlich ist. Er ist nur der Stadt und seinen Bürgern gegenüber verpflichtet, deren Bestes zu wollen und zu mehren und dafür zu sorgen, dass dieses möglichst mehrheitsfähig ist.
Ein gutes Beispiel ist der Hildesheimer Oberbürgermeister Machens. Der wurde nach altem Kommunalrecht vom Rat der Stadt mit einer Dreiviertel-Mehrheit  abgewählt und anschließend, nach neuem Kommunalrecht, als unabhängiger Kandidat von den Bürgern der Stadt Hildesheim mit großer Mehrheit wieder ins Amt gewählt. Dort haben die Wähler und nicht der Stadtrat eindrucksvoll gesiegt und damit demonstriert, wie die Bevölkerung die Rolle eines Oberbürgermeisters sieht.

 

Der Oberbürgermeister und...

28.03.2011

Ich finde, ein neuer Ansatz der GZ, der es erstmals seit Jahren dem angegriffenen Oberbürgermeister ermöglicht, in der GZ seine Sicht der Dinge im Zusammenhang darzustellen. Damit  konnte sich der kritische Leser über die Stichhaltigkeit weicher und harter Fakten, aus unterschiedlicher Sicht betrachtet, ein unkommentiertes Bild machen und  eigene Schlüsse ziehen. Bin gespannt, ob die Linie durchgehalten wird und wie es in den angekündigten acht weiteren Folgen weiter geht.

Ursache und Wirkung?

25.03.2011

Ich kann mich nicht entsinnen, jemals eine Rechtfertigung der GZ für die Art und Weise ihrer Berichterstattung unter einem Leserbrief gelesen zu haben. So gestern geschehen, als Frauke Schrumpf feststellte, dass Binnewies-Befürworter unter den Ratsmitgliedern von der GZ nicht zu ihrer Haltung befragt worden seien. Allerdings macht die GZ auch nicht deutlich, ob sie  auch die Ratsmitglieder befragt hat, die an der fraglichen Abwahlabstimmung gar nicht teilgenommen haben und entschuldigt fehlten. Fehlen also weitere drei Meinungen. Wurden die vergessen oder befinden diese sich unter denen die geantwortet oder nicht geantwortet haben? Immerhin: Die Rechtfertigung ist eine ungewöhnliche Reaktion der GZ. Sollte darin vielleicht schon ein klein wenig vom Prinzip „Ursache und Wirkung“ durchschimmern?
Auch hat gestern jemand auf meiner Homepage gepostet, der sich als ein "Redakteur" ausgegeben hat und mich als paranoid bezeichnete. Na, ja, das zeugt von einigem Frust und musste sicherlich mal raus. Verständlich, wenn einem  "das Wort auf der Zunge brennt" !...

Gefundenes Fressen

24.03.2011

Was für ein Glück für die GZ, dass es Leute in Goslar gibt, die im Rahmen von  Voranfragen zur Verfolgung ihrer geschäftlichen Interessen mit der Goslarer Verwaltung Probleme haben, die man bequem dem OB in die Schuhe schieben kann, als wäre er der Sachbearbeiter.
Im Normalfall ein Zweizeiler. Heute aber muss die Mücke zum Elefanten aufgeblasen werden und man zitiert den Betroffenen sehr ausführlich, damit er den  Kübel füllt, den man vor ein paar Tagen per Kommentar noch selbst über den OB ausgeschüttet hätte.

Wenn Sie weiter einsteigen möchten, hier ein paar Kommentare unter dem Online-Beitrag zum  Thema "Rattenburg", wenn sie denn nicht von der GZ gelöscht wurden: http://www.goslarsche.de/Home/harz/goslar_arid,186444.html

Bei Licht, mehr Schatten!

24.03.2011

Zugegeben, ich habe mich zunächst nur auf die Statements der Befragten konzentriert. Gezielt darauf aufmerksam gemacht, fällt auch mir auf, dass der Artikel zur Vorstellung der Umfrageergebnisse vom 23.03.2011 einige nicht hinnehmbare Anmaßungen enthält.
Zunächst einmal wird eingeräumt, dass der Optimismus über das Gelingen der Aktion in der Redaktion verhalten gewesen sein soll, es also offensichtlich Befürworter und Skeptiker gegeben haben muss, was man, wie schon gesagt, auch am Stil der „Aufforderungs-E-Mail“ vermuten konnte.
Darüber hinaus  wird dann festgestellt, dass man klare Wahlempfehlungen erwartet hatte und  der GZ-Redaktion die Stellungnahmen diesbezüglich wohl zu wünschen übrig ließen.

Neben der erfreulich großen Anzahl der Rückläufe stellt die Redaktion im besonderem Maße dar, wer sich nicht beteiligt hat, und zwar auf eine Art und Weise, die ihres Gleichen sucht.  Da werden verdiente Personen Goslars mit einer süffisanten Mutmaßung quasi an den Pranger gestellt, weil sie, aus welchen Gründen auch immer, der Aufforderung der GZ nicht gefolgt sind, sich zu äußern bzw. ihr Nichtäußern zu  begründen. Seit wann ist es ein Makel, wenn man sich von einer Lokalzeitung nicht instrumentalisieren lassen will?

Als völlig daneben und mit eindeutiger Zielrichtung platziert, sind aber die Ausführungen zur Position des ehemaligen Oberkreisdirektors Müller als damaliger Vorgesetzter von Binnewies zu werten:  „der seine dezidierte Meinung zwar bereits in Vier-Augen-Gesprächen mehreren Goslarern mitgeteilt hat, aber nicht zitiert werden will.“
Wenn er das wirklich in Vier-Augen-Gesprächen mitgeteilt hat, dann hat er es offensichtlich im Vertrauen darauf getan, dass es unter Vier-Augen bleibt. Wie kommt dann Frank Heine dazu, dieses öffentlich zu machen?  Etwa weil es sein Ziel ist, aus den Andeutungen Nachteiliges für Binnewies herauslesen zu lassen?  Das ist schlicht und einfach infam  und tendenziös.

Respekt GZ

23.03.2011

Obwohl ich mich am Wochenende sehr kritisch mit der Art der Aufforderung zu einer Wahlempfehlung Prominenter aus der Region auseinandergesetzt habe, kann ich heute dem Ergebnis  nur meinen Respekt zollen. Eine gelungene Darstellung mit Antworten, die aufschluss- und facettenreich das Für und Wider beleuchten oder sich neutral verhalten. Eigentlich eine Pflichtlektüre für alle „Haudraufs“. Erfreulich ist aus meiner Sicht, dass die große Mehrheit der Einsender  der eigentlichen Zielrichtung der GZ nicht gefolgt ist, eine Wahlempfehlung abzugeben, um die Wähler mit ihrer persönlichen Auffassung nicht zu beeinflussen. Besonders ausgewogen fand ich die Stellungnahme von Hans Kraus. Da kommt Wehmut auf...